Einrichtung und Installation des VoIP mit der Fritz!Box Fon 5050/7050 an einem zusätzlichen externen Bus der Euracom:

S0-Bus-Kopplung von Fitz!Box Fon 5050, 7070 oder 7170 (FBF) mit Euracom 18x/26x.
Die Fritz!Box Fon ist an einem zusätzlichen S0-Bus der Euracom angeschaltet - also zumindest eine Euracom 181 oder 260 bzw. eine Maxima IS-2.

Aufbau B
Bild 1: Verbindung der Euracom zum Amt und zu IP mit analogen und eventuell vorhandenen ISDN-Telefonen
1. S0-Bus zum Amt - wie gewohnt
2. S0-Bus zur Fritz!Box Fon und damit zum VoIP
3. S0-Bus (optional) zu internen ISDN-Geräten (Euracom 182 oder 261 bzw. Maxima IS-3)
Der große Vorteil dieser Lösung liegt darin, dass nun mehr Gespräche gleichzeitig geführt werden können. Da auf einem S0-Bus nur zwei Verbindungen zur gleichen Zeit möglich sind, besteht über den zusätzlichen S0-Bus ein weiterer Weg zum öffentlichen Netz. Bei entsprechender Konfiguration eine nützliche und flexible Ergänzung.

Die dafür notwendigen Schritte wären ..

  • Verkabelung S0-Bus zum VoIP-Adapter (FbF):
    Die ISDN-Verbindung ist ja kein Thema, die bleibt unverändert. Hier geht es nur um die Anbindung der Euracom und ihrer vierpoligen Klemmleiste des S0-Busses zum VoIP-Adapter. Dafür ist das rechts gezeigte Bild anwendbar.
    Auf dem S0-Modul müssen die vier Jumper für einen externen Bus gesetzt werden (alle Jumper weg von der Steckerleiste). S. hierzu auch die Montageanleitung der Euracom oder des S0-Modules.
  • Zusätzliche Konfiguration der Euracom:
    Hier ist nur der zusätzliche S0-Bus einzurichten - wobei die bestehende Konfiguration beim Eintrag des neuen Modules leider fast völlig verloren geht!
    Der zusätzliche Anschluß ist als Mehrgeräteanschluß einzurichten. Als Rufnummern werden nur die Rufnummer(n) des VoIP eingetragen. Über die Rufverteilung erfolgt dann wie gewohnt die Zuordnung welches Endgerät auch auf diese Nummer(n) reagieren soll.
  • Fritz!Box Fon konfigurieren:
    In der FBF die Experteneinstellung aktivieren, man sieht sonst nicht alle erforderlichen Menüs. System -> Ansicht -> Experteneinstellungen anzeigen -> Übernehmen.
    Die FbF muß natürlich korrekt für VoIP eingerichtet werden. Dazu gehen Sie wie im Handbuch beschrieben vor. Überprüfen kann man die Einstellungen durch ein an der FbF angeschlossenes Telefon - kann auch ein ISDN-Gerät sein - um weitere Unbekannte auszuschließen.
    Damit ist das Wesentliche schon geschehen. Da die FbF nichts von unserem ISDN-Anschluß weiß, haben diesbezügliche Einträge auch nichts in der FbF verloren.
    Die Anlage wird mit dem Kabel rechts an die Buchse "Fon S0" der FbF angeschlossen.
Anschlusskabel

Die Auswahl ob ein Ruf über ISDN oder VoIP geführt werden soll, erfolgt über die Auswahl der entsprechenden abgehenden MSN. Das geht in aktuellen Versionen der Euracom entweder per Konfiguration (fest zugeordnet) oder über einen vor die Wahl gestellten Telefonbefehl (#91pmrr.../p = Port (1..4), m = MSN (0..9), rrr... = Rufnummer).
Bei ISDN-Geräten am internen Bus erfolgt die Auswahl über das Menü des Gerätes zur Auswahl der (gehenden) MSN.
Wenn Sie jetzt einem Teilnehmer seine ISDN-Rufnummer als "bevorzugt" eintragen, dann holt sich die Anlage das dritte "Amt" über VoIP wenn die beiden ISDN-Leitungen belegt sind. Geht bei Bedarf natürlich auch umgekehrt - je nach Tarif.

Einrichtung und Einsatz mit LCR:

Ausgangsbasis: Konfiguration wie im Beispiel oben (ein zusätzlicher externer S0-Bus). Empfundener Nachteil: Es kann kein LCR-Programm (wie Telefonsparbuch) unter Einschluß von Call-By-Call über den ISDN-Anschluß eingesetzt werden, das automatisch LCR auch auf VoIP erweitert, da die Fritzbox ja nicht mehr mit dem NTBA verbunden ist.
Nun haben wir ausprobiert, zusätzlich zu dieser Konfiguration die FritzBox (hier die 7170) ebenfalls mit an den ISDN-NTBA anzuschließen (also Fritzbox DSL/TEL an Splitter UND NTBA, Euracom 1. S0 direkt als externer S0 an den NTBA mit den ISDN-MSN eingetragen und 2. S0 als externer S0 an den Fritzbox-S0-Ausgang mit VoIP-MSN in der Euracom eingetragen - so wie im folgenden Bild gezeigt). Den Euracom-Nebenstellen haben wir testweise ausgehende Verbindungen exclusiv über den 2. externen S0-Bus vorgeschrieben und der Fritzbox das Telefonsparbuch als LCR "verordnet".

Aufbau für Euracom mit VoIP und LCR
Aufbau für Euracom mit VoIP und LCR

Eingehende Anrufe per ISDN landen zwar nun sowohl in der FritzBox als auch direkt über den 1. externen S0-Bus in der Euracom, was die Euracom aber nicht verwirrt - zumindest nicht in den aktuellen Versionen der Euracom-Firmware. So kann man volles LCR unter Einschluß der VoIP-Flatrate (z.B. 1&1) mit der Euracom nutzen und sogar mit der Euracom zwei per ISDN eingehende Gespräche führen und gleichzeitig noch zwei ausgehende Gespräche per VoIP führen. Bei der Konfiguration der Euracom-Nebenstelle mit ausgehenden Gesprächen "exklusiv" sind ausgehende Gespräche auf zwei Gespräche beschränkt, bei "bevorzugt" sind zwei VoIP-Gespräche (über 2. S0) und zwei ISDN-Gespräche (über 1. S0 möglich).

Eine Besonderheit/Beobachtung noch: In der Anrufliste der Fritzbox werden alle auf den ISDN-MSN eingehenden Gespräche als vergebliche Anrufe (Symbol roter Hörer) angezeigt. Zuerst hatte ich heute morgen diesbezüglich Panik bekommen und gedacht, wir wären nicht erreichbar. Dies stellte sich als Irrtum heraus: alle Gespräche waren angenommen worden (aber über die Euracom-Anlage - wie gewollt). Eigentlich hat dieses Phänomen nur die korrekte Funktionsfähigkeit der Konfiguration zusätzlich bestätigt: Die Anrufe kommen sowohl in der FritzBox als auch in der Euracom an und werden von der Euracom direkt vom NTBA abgegriffen. Daher stellt die Fritzbox die Anrufe rot (eingehender Anruf in Abwesenheit - also ohne Rufannahme) dar - sie werden ja auch nicht über die Fritzbox angenommen. Optimal! Alle anderen Anrufe (ausgehend oder eingehend als VoIP-MSN) werden von der Fritzbox korrekt angezeigt. Das Handling ausgehender Anrufe übernimmt in der Konfiguration die Fritzbox völlig automatisch ohne jeglichen Eingriff oder manueller Vorwahl des Nutzers (bei uns gehen alle nationalen Festnetzgespräche über VoIP, alle Mobilfunk- und Auslandsgespräche über den nach Telefonsparbuch günstigsten Call-by-Call Anbieter). So habe ich es mir gewünscht. In dieser Konfiguration habe ich heute verifizieren können, daß tatsächlich wie vermutet zwei eingehende Anrufe über die ISDN-MSN und zwei ausgehende Gespräche über die VoIP-MSN parallel geführt werden konnten! - Herz, was willst Du mehr?

Dieser Beitrag zum LCR stammt von einem interessierten Leser meiner Seiten - vielen Dank dafür.

Beobachtungen:


Stand: