Informationen zum Gebührenaufrüstkit

Kurzwahlverzeichnis in diesem Abschnitt:

1. Grundsätzliches zur Erweiterung des Gebührenspeichers

Die hier beschriebene Aufrüstung betrifft nur die Version 1 der Anlage, da für alle höhere Versionen der Aufrüstkit - sprich dieser erweiterte Gebührenspeicher - vorausgesetzt wird und auch notwendig ist.

Diese Aufrüstung der Anlage ermöglicht eine zuverlässige Gebührenerfassung von bis zu 1000 Einträgen (750 ab der Version 3.xx) und die Erfassung einer Anruferliste mit bis zu 75 Einträgen. Im Idealfall werden die Daten über die gleiche Schnittstelle der Anlage verwaltet wie die Konfiguration. Eine Ausgabe auf den Drucker, und damit auch an den PC, ist jedoch mit Hilfe eines Telefonbefehles auch möglich. Dabei werden alle gehenden Gespräche mit Datum, Uhrzeit, Rufnummer und Verbindungsdauer erfaßt. Im Gegensatz zu den anfallenden Gebühren werden die Einheiten jedoch nicht mit festgehalten. In der Anruferliste finden Sie alle Daten zu den kommenden Verbindungen wie auch zu den Anrufen ohne Verbindung. Soweit möglich werden dabei auch die Rufnummern abgespeichert. "Analoge Anrufer" und Teilnehmer mit unterdrückter Rufnummer werden entsprechend ausgewiesen.

Um es noch mal ganz klar zu machen, der Speicher der die Ausgabe auf dem Drucker bzw. dem PC am Druckerport gepuffert hat, ist durch diese Erweiterung nicht beeinflußt. Die Speichertiefe bleibt bei allen Versionen auf 10 Einträge begrenzt. Die Anlage kann bis zu 1000 Einträge speichern, erwartet aber eine Handhabung der Daten via Konfig-Port (mit einem eigenen Programm) oder die Ausgabe der gesamten Daten über gehende Verbindungen auf dem Druckerport, ausgelöst durch einen Telefonbefehl <#86>. Und noch etwas: Das TSR-Programm EURACOM.EXE bzw. QUANTE.EXE ist bis einschließlich der Version vom 13.6.96 nicht in der Lage die Daten im "Kit-Format" zu verarbeiten!

Theoretisch gehört zum Lieferumfang des KIT-1000:

  1. Falls noch nicht vorhanden, mindestens die Firmware ab 1.10.
  2. Ein EEPROM 32k x 8 mit maximal 150ns Zugriffszeit (z.B. Atmel AT28C256PC-15 oder CSI CAT28C256P-15) (können sie kaufen). Anlagen mit der Firmware 2.0 und höher werden bereits mit diesem Chip ausgeliefert.
    HINWEIS: Von dem Typ X28HC256P, Hersteller Xicor, sollten Sie Abstand nehmen. Er ist nicht ganz kompatibel zum erfoderlichen Typ. Mit diesem Chip "vergißt" die Anlage die Gebührendaten bei einem Reset oder Stromausfall.
  3. Die Software zum Auslesen der Daten über das Konfi-Port der Anlage oder Empfang der Daten am Drucker-Port nach Telefon-Befehl. Beide Varianten kann mein Programm ab der Version 4.00 und ist seit November 98 als Freeware zu haben. Mehr dazu auf ../geb-dos.htm. Darüber hinaus kann ich jetzt auch ein Programm für Win95 und NT bieten. Zu finden unter ../geb-win.htm. Weitere Programme sind als Shareware verfügbar.
  4. Ein paar Infos über die geänderte bzw. ergänzte Bedienung der Anlage (finden Sie hier).
  5. Etwas Geschick die oben genannte Hardware einzubauen ohne Schaden anzurichten (müssen Sie haben).

Wie ist die Erweiterung zu handhaben?

2. Einbauanleitung und Bezugsquellen für die erweiterte Gebührenspeicherung

Wie wird denn der Chip richtig eingebaut?

  1. Lesen Sie die Konfiguration einschließlich der Teilnehmerdaten aus der Anlage aus. Behalten Sie die Daten im PC, da zumindest die Teilnehmerdaten nicht abgespeichert werden können.
  2. Trennen Sie die Anlage vom Netz (230VAC) und vom NTBA.
  3. Öffnen Sie die Anlage durch lösen der drei Schrauben unter der Klemmraumabdeckung und heben Sie den Deckel vorsichtig nach vorne und oben ab.
  4. Im oberen Bereich der Leiterplatte finden Sie zwei integrierte Schaltkreise auf Stecksockeln (der obere 32 Pins, der untere 28 Pins). Merken Sie sich wo am unteren der beiden Chips die Markierung ist (zeigt wie beim oberen Typ nach links).
  5. Bevor Sie an der Elektronik der Anlage arbeiten, sollten Sie, zumindest kurzzeitig, ein in der Nähe liegendes Wasserrohr oder eine andere Erdungsvorrichtung berühren um eventuell vorhandene elektrostatische Aufladungen abzuleiten. Diese könnten Ihre Anlage beschädigen. Diese Prozedur sollten Sie bei den Arbeiten so oft als möglich wiederholen.
  6. Unmittelbar danach lösen Sie - eventuell mit einem kleinen Schraubenzieher - den unteren Chip (28 Pins) aus dem Stecksockel (bitte nicht die Fassung aus der Leiterplatte hebeln).
  7. Setzen Sie den neuen Chip wieder vorsichtig und richtig herum in die Fassung ein. Achten Sie darauf keinen der Pins zu verbiegen, besonders beim Eindrücken in die Fassung. Dabei sollten Sie auch die Leiterplatte etwas unterstützen um den Streß auf die Leiterplatte zu reduzieren.
  8. Überprüfen Sie die Orientierung des Bausteins nochmals und den korrekten Sitz aller Beinchen.
  9. Schließen Sie die Anlage wieder.
  10. Verbinden Sie die Anlage mit dem NTBA und dem Netz (230VAC).
  11. Führen Sie an einem Telefon eine Default-Einrichtung durch (#*0000#) und warten Sie ein bis zwei Minuten.
  12. Laden Sie nacheinander alle Daten die im PC liegen zurück in die Anlage. Zunächst die Konfiguration, nach der Sie auch wieder ein bis zwei Minuten warten sollten bevor Sie nochmals einen Reset per Telefon auslösen. Diesmal aber mit #*9999#. Danach folgen die Teilnehmerdaten und dann die Kurzwahl, soweit vorhanden.
  13. Unter Umständen ist der Telefonbefehl #87 noch notwendig, um den neuen Speicher mit unbekanntem Inhalt erst mal zu löschen

Wo kann ich denn den Chip zur Erweiterung beziehen?

Normalerweise sollten Sie das oben genannte EEPROM im gut sortierten Fachhandel bekommen. Wenn Sie damit Schwierigkeiten haben, dann können Sie den Chip auch gern bei mir bestellen.


3. Handicaps mit dem Aufrüstkit

Ist die Erfassung mit der Aufrüstung sicher?

Im Prinzip ja. Sie müssen explizit den Befehl zum Löschen der Daten geben. Der Speicher sollte groß genug sein um ihn nicht zu überfüllen und Sie können auslesen so oft Sie wollen. Leider hatte die Sache aber noch einen Haken: Bis einschließlich Version 1.11-B können einige Gebührensätze "verschluckt" werden. Bei mir sind es ca. 5% der Daten. Der Fehler tritt auf, wenn eine Verbindung nahezu gleichzeitig von beiden Teilnehmern ausgelöst wird. Dabei überschneidet sich die Anforderung die Verbindung zu trennen, mit der Mitteilung, daß die Verbindung abzubauen ist. In diesem Falle geht die Information mit den Gebührendaten verloren, auch am internen S0-Bus. Fehler in der nächsten Version behoben.

Der erste Fehler hat sich zum Jahreswechsel 96/97gezeigt:

Die Anruferliste scheint den Jahreswechsel nicht ganz korrekt zu verdauen. Es scheint als würde die Jahreszahl nicht beachtet, was die Chronologie der Liste mächtig durcheinander bringt. Sie sollten die Anruferliste löschen und neu beginnen. Abhilfe bringt auch eine überarbeitete Version des Programmes (GEB_AUSW.EXE) zur Gebührenerfassung.

Sind die Datenfiles mit den Gebührendaten zwischen KONFIG.EXE und GEB_AUSW.EXE kompatibel?

Die Gebührendaten werden von beiden Programmen in Files mit der Extension GEB abgelegt. Leider sind aber beide Formate nicht kompatibel und es kommt zu Problemen wenn man versucht die Daten über Kreuz einzulesen. Diese unglückliche Lösung sollte in einer neuen Version behoben werden/sein. Wurde aber bisher scheinbar nicht. Meine Abhilfe: Ein Konvertierungsprogramm von GEB_AUSW nach KONFIG.

Ist es mit dem KIT-1000 noch möglich einzelnen internen Teilnehmern andere Gebührensätze zugrunde zu legen?

Nein. In der Anlage und somit im erweiterten Gebührenspeicher werden nur die Sätze abgelegt wie sie von der Telekom empfangen wurden - und die basieren in D. nun mal auf den DM 0,12/Einheit. Eine Umrechnung, wie z.B. für ein Hotel notwendig oder via Druckerport möglich, muß entweder von Hand nachgereicht oder in einem entsprechenden Gebührenprogramm verrechnet werden.